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Arbeit

Rechtliche und steuerliche Aspekte

Information für Teilnehmer von Online Schulungen

Die Kosten für die Online-Schulungen lassen sich in den meisten Fällen steuerlich absetzen.
Hierbei ist jedoch zwischen der Absetzbarkeit bei Arbeitnehmern und Unternehmern (Arbeitgeber) bzw. Freiberuflern zu unterscheiden:

Arbeitnehmer

Bei Arbeitnehmern besteht die Möglichkeit, die Kosten für die Online Schulung in der Einkommensteuerklärung als Werbungskosten ( § 9 EstG) geltend zu machen. Als Werbungskosten werden die Ausgaben bezeichnet, die zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung von Einnahmen dienen.
Das bedeutet, die gemachten Ausgaben müssen „beruflich veranlasst“ sein.
Entscheidend dabei ist ein objektiver Zusammenhang mit der Einkunftsart und nicht etwa eine subjektive Notwendigkeit.
Als Werbungskosten werden vor allem Kurse und Schulungen angesehen, die die erworbenen beruflichen Fähigkeiten erhalten oder aktualisieren, auf eine höhere Funktion vorbereiten oder zusätzliche Qualifikationen verleihen.
Ob die Teilnahme an einem OnlineKurs als „beruflich veranlasst“ einzuordnen ist, bestimmt sich nach dem Einzelfall.
Werden Schulungskosten als Werbungskosten anerkannt, werden diese zur Berechnung der Einkünfte von den Einnahmen abgezogen, d.h. steuermindernd berücksichtigt.

Bei dem Werbungskostenabzug ist darüber hinaus der Arbeitnehmer- Pauschbetrag zu beachten. Dieser beträgt 920,- EUR pro Person und Kalenderjahr und wird vom Finanzamt automatisch, d.h. ohne Antrag oder Einreichung von Belegen von den Einnahmen abgezogen.

Keinen steuerlichen Vorteil hat deshalb ein Arbeitnehmer, wenn trotz der Schulungskosten der Pauschbetrag von 920 Euro im Jahr nicht überschritten wird. Das hängt vor allem davon ab, wie hoch die sonstigen Werbungskosten im Jahr sind.

Sind die OnlineSchulungen beruflich veranlasst, und hat sich der Teilnehmer einen Computer angeschafft, um an den Online-Schulungen teilzunehmen, ist hier noch ergänzend anzumerken:
Die Anerkennung eines privat angeschafften und in der eigenen Wohnung benutzten Computers war früher besonders schwierig. Manche Finanzämter forderten genaue Nachweise über den Anteil der beruflichen Nutzung.  Der Bundesfinanzhof entschied aber am 19.2.2004 (Az. VI R 135/01), daß auch eine pauschale Aufteilung möglich ist:

"Kann ein Steuerpflichtiger indes nachweisen oder zumindest glaubhaft machen, dass er einen PC (jedenfalls) in einem nicht unwesentlichen Umfang beruflich nutzt bzw. genutzt hat, so erscheint es --auch aus Vereinfachungsgründen-- regelmäßig vertretbar, dass (seitens der Verwaltung) typisierend und pauschalierend von einer jeweils hälftigen privaten bzw. beruflichen Nutzung des PC ausgegangen wird. Will der Steuerpflichtige oder das FA von diesem Aufteilungsmaßstab abweichen, so bedarf es zusätzlicher Anhaltspunkte und Umstände, die von dem betreffenden Beteiligten jeweils näher darzulegen sowie nachzuweisen bzw. glaubhaft zu machen sind."

Die Teilnahme an einer längerfristigen Weiterbildung dürfte ein Nachweis für den beruflichen Bedarf sein. Der PC einschließlich der nicht selbständig nutzbaren Zusatzgeräte (z.B. Monitor) wird in der Regel einen Anschaffungspreis von mehr als 410 Euro haben und kann deshalb nur "abgeschrieben" werden: die Kosten müssen auf 3 Jahre verteilt werden. 

Arbeitgeber/ Unternehmer/ Freiberufler

Die Kosten für Schulungen können auch als Betriebsausgaben steuerlich berücksichtigt werden.
Betriebsausgaben sind Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind.
(§ 4 Abs.4 EstG)
Eine betriebliche Veranlassung ist zu bejahen, wenn die Aufwendungen objektiv mit dem Betrieb zusammenhängen und subjektiv dem Betrieb zu dienen bestimmt sind.

Die Schulung von Mitarbeitern kann eine solche berufliche Veranlassung darstellen.
Auch dies ist je nach Einzelfall gesondert zu bestimmen.
Die Art und Höhe der Aufwendungen für den Betrieb bestimmt der Steuerpflichtige allerdings allein.
Die Finanzverwaltung lässt für einige Bereiche eine Pauschale für Betriebsausgaben zu. Somit entfällt, wie auch bei den Werbungskosten (s.o.) die mühsame Ermittlung der einzelnen Betriebsausgaben. Die Höhe der Pauschale ist in jedem Bereich unterschiedlich, so dass im Einzelfall zu prüfen ist, ob und in welcher Höhe eine Pauschale anerkannt wird.
Der Unternehmer sollte sich dahingehend bei einem Steuerberater oder seinem zuständigen Finanzamt erkundigen, in welcher Höhe er pauschale Betriebsausgaben geltend machen kann. Allerdings sollte immer eine Günstigerprüfung erfolgen, durch die der Unternehmer eventuell anfallende tatsächliche Aufwendungen mit der Höhe der pauschalen Betriebsausgaben vergleichen kann.

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